Pfifferlingzeit

Pfifferling

Die charakteristischen Merkmale des Echten Pfifferlings sind Form und Farbe von Hut und Stiel der Fruchtkörper. Der dotter- bis goldgelbe Hut hat 2 bis 9, selten bis 15 Zentimeter im Durchmesser,

hat anfangs eine halbkugelige bis gewölbte Form, die sich dann umstülpt zu einer trichterförmigen.

Der Hutrand ist unregelmäßig wellig und oft auch später noch eingebogen. Die Hutunterseite ist mit vergleichsweise niedrigen und mehr oder weniger breiten, aderigen, oft gegabelten und miteinander verbundenen Leisten bedeckt, die weit am Stiel herablaufen und allmählich daran auslaufen.

Der hutfarbene Stiel ist kurz (3 bis 6, selten bis 8 Zentimeter lang), meist 1 bis 2 Zentimeter stark, oft gebogen, nach unten verjüngend und nach oben allmählich in den Hut übergehend und vollfleischig beschaffen.

Das Fleisch ist knackig fest, im Stiel zäh und faserig, weißlich bis blassgelb gefärbt, schmeckt mild bis pfeffrig (daher der Wortursprung) und riecht bei frischen Exemplaren fein fruchtartig (nach Aprikosen).

Die Sporen erscheinen massenhaft als blassgelbes Sporenpulver, messen 8 bis 10 auf 4,5 bis 5,5 Mikrometer und sind ellipsoid geformt.

Der Echte Pfifferling ist ein Mykorrhizapilz, der mit diversen Nadel- und Laubbäumen Symbiosen eingeht.

In Mitteleuropa ist der bevorzugte Baumpartner die Gemeine Fichte, gefolgt von der Rotbuche.Außerdem kann der Pilz mit Eichen, Kiefern und Tnnena, selten auch einmal mit Linden vergesellschaftet sein. Der Echte Pfifferling besiedelt diverse Waldtypen auf mäßig trockenen, basen- und nährstoffarmen Böden.In Kalkgebieten werden nur oberflächlich versauerte Böden besiedelt. Er wächst oft sehr „gesellig“ in Jungpflanzungen und an mehr oder weniger offenen, nur schütter von Gräsern, Stauden und Moosen bewachsenen Stellen.Die Fruchtkörper des Echten Pfifferlings erscheinen in Mitteleuropa von Juni bis November. Der Echte Pfifferling kommt in Australien, Südamerika, Nordasien, Nordamerika und Europa vor. In Europa ist der Pfifferling weit verbreitet.

Alle Pfifferlingsarten stehen in Deutschland unter Naturschutz, sie sind nach der Bundesartenschutzverordnung in Anlage 1 als „besonders geschützt“ aufgeführt. Sie dürfen in geringen Mengen zum Eigenbedarf gesammelt werden.Der Echte Pfifferling ist ein recht häufiger Pilz. Zu den Gefährdungsfaktoren zählen langjähriger Niederschlagsmangel, Grundwasserabsenkungen, forstliche Eingriffe und Bodenverdichtung durch Forstmaschinen und viel betretene Waldgebiete. Für Baden-Württemberg wird der Pfifferling in die Gefährdungsgruppe G 3 (derzeit noch häufig, aber erhebliche Rückgangstendenz) eingeordnet.Auch in Österreich ist die Art „gefährdet“ und deshalb in allen Bundesländern geschützt. Laut Forstgesetz dürfen Pilze nur von Privatpersonen bis zu einer Maximalmenge von zwei Kilogramm geerntet werden.In Tirol, Salzburg und Kärnten gelten weitere Einschränkungen.Der Echte Pfifferling ist bereits seit dem Altertum ein beliebter Speisepilz und wird in großen Mengen gehandelt. In Deutschland angebotene Pfifferlinge kommen meist aus ostmitteleuropäischen, baltischen und osteuropäischen Ländern, doch auch aus dem Atlasgebirge.

Mit: „Das ist (mir) keinen Pfifferling wert!“ drückt man umgangssprachlich eine geringe Wertschätzung gegenüber einer Sache oder einer Person aus. Ob es einen Zusammenhang mit dem Pilz gibt, ist umstritten. Die Vermutung, dass die Redewendung auf das (über-)reichliche Angebot dieses Pilzes zurückzuführen ist, liegt zwar auf der Hand; wahrscheinlicher ist aber die Herkunft aus dem süddeutschen Dialekt, wo ein Fünf-Pfennig-Stück Fünferling, Fünferle oder Pfifferle heißt. Es gibt auch einige ähnliche, ebenfalls auf kleine Geldstücke bezogene Redewendungen wie „Das ist keinen Pfennig wert!“ „So ein falscher Pfifferling!“ (i. d. R.: eine Person zwielichtigen Charakters) dürfte aus der Verwechselbarkeit mit ebendiesem entstanden sein.

 

Quelle: Wikipedia